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Unser Leitgedanke in allen Bereichen

Inklusion ist in der Kindereinrichtung „Striesener Entdeckerland“ der Thüringer Sozialakademie der Leitgedanke in allen Bereichen. Darauf ist das tägliche Handeln der Pädagogen ausgerichtet und danach ist die Einrichtung konzipiert und gebaut worden (Fertigstellung 2010). Grundlage ist für uns das humanistische Weltbild, welches jeden Menschen als etwas Besonderes ansieht und das den Anspruch erhebt, jeden Menschen in seiner Einzigartigkeit zu schätzen und ihn in seiner Entwicklung zu begleiten und zu fördern. So versuchen wir nicht nur optimale Lernbedingungen für Kinder mit körperlichen Beeinträchtigungen zu schaffen, sondern auch für Kinder aus anderen Kulturkreisen, verschiedenen Religionen oder unterschiedlichen sozialen Schichten. Wir verstehen diese Vielfalt als Bereicherung und unser Ziel ist es, sie als Lernchance zu nutzen, um inklusive Grundwerte zunehmend mehr in der Gesellschaft zu etablieren.

Welche konzeptionellen Qualitätsstandards bestehen hinsichtlich der Betreuung von Kindern mit besonderem Förderbedarf?

Für unser Pädagogenteam ist es wichtig, mit Kindern und Eltern eine gemeinsame inklusive Kultur aufzubauen. Eine wichtige Grundlage dafür ist unser eigenes Vorbildwirken, welches von Akzeptanz und Wertschätzung geprägt ist. Jedes Kind hat das Recht auf sein individuelles Entwicklungstempo und auf die Wahrnehmung seiner Bedürfnisse. So wird jedes Kind der Einrichtung mittels Beobachtungsverfahren beobachtet. Daraus leiten wir individuelle Ziele ab, sodass sich jedes Kind entsprechend seines Lerntempos entwickeln kann. Der Austausch darüber findet innerhalb des Teams statt.

Den individuellen Schlaf- und Ruhegewohnheiten der Kinder kann entsprochen werden, denn sie können sich jederzeit zur Ruhe legen oder aber auch über die Mittagszeit munter bleiben.

Auch entscheiden die Kinder entsprechend ihres Entwicklungsstandes selbst, wann sie Mittagessen gehen. Auf religiöse oder gesundheitlich bedingte Essgewohnheiten reagieren wir entsprechend. Ist es ärztlich erforderlich, so übernehmen wir auch die Gabe von Medikamenten.

Unser Eingewöhnungskonzept wird auf das jeweilige Kind und seine Familie abgestimmt. So ist es möglich, auf persönliche Wünsche besser einzugehen. Auch der Übergang in die Grundschule wird mit den Eltern besprochen und falls erforderlich, gibt es eine intensive Zusammenarbeit mit der aufzunehmenden Schule.

Kinder mit einem sehr hohen Assistenzbedarf erhalten von uns die Unterstützung durch zusätzliches Personal. Unerlässlich wird hierbei auch die Zusammenarbeit mit allen am Erziehungsprozess Beteiligten. In erster Linie sind das für uns die Eltern, aber auch Therapeuten, Behörden oder andere Institutionen.

Um unseren Wissenstand immer wieder zu aktualisieren, qualifizieren sich unsere Pädagogen regelmäßig zu Fortbildungen, Fachtagungen oder absolvieren Zusatzqualifizierungen.

Die Standards sind in der Einrichtungskonzeption niedergeschrieben. Diese Konzeption wurde mit dem gesamten Team erarbeitet und ist verbindliche Arbeitsgrundlage für alle MitarbeiterInnen.

Die Qualitätssicherung und –entwicklung führen wir kontinuierlich nach Päd.-Quis auf Grundlage des Nationalen Kriterienkatalogs durch.

Angaben zur Qualifikation des Personals

In der Kindereinrichtung „Striesener Entdeckerland“ arbeitet ein multiprofessionelles Team mit folgenden Qualifikationen der Pädagogen:

  • Staatlich anerkannte Erzieher/innen
  • Staatlich anerkannte Erzieher/innen mit heilpädagogischer Zusatzqualifizierung
  • Erzieher/innen mit zusätzlichem kreativpädagogischen Abschluss
  • Inklusionspädagog/innen (FH)
  • mehrere Pädagog/innen können Fremdsprachenkenntnisse vorweisen

 

Angaben zur Barrierefreiheit der Einrichtung

Unsere Einrichtung ist komplett barrierefrei. Der Zugang zur Einrichtung wird durch eine Anlage mit Zahlencode ermöglicht. Dadurch haben auch Eltern & Besucher im Rollstuhl einen barrierefreien Zutritt zum Gebäude. Das Erreichen des Obergeschosses wird durch einen Personenaufzug gewährleistet. Die Waschräume sind generell behindertengerecht ausgestattet. Es gibt unterfahrbare Waschbecken, Notruffunktionen und Haltegriffe neben den Toilettenbecken, auch in Kinderhöhe. Die Gänge sind großzügig gestaltet, sodass ausreichend Platz für Rollstühle oder Kinderwagen vorhanden ist. Es gibt höhenverstellbare Tische im Gebäude, Hochbeete im Garten und alle Materialien befinden sich auf Augenhöhe für die Kinder. Vor der Einrichtung befindet sich ein Behindertenparkplatz.

Welche besonderen räumlichen Bedingungen stehen für die Betreuung von Kindern mit Behinderungen zur Verfügung?

Durch das Konzept der Offenen Arbeit stehen allen Kindern unterschiedliche Räumlichkeiten den gesamten Tag über zur Verfügung: Wer Bewegung benötigt, geht in den Bewegungsraum oder ins Außengelände. Wer Ruhe sucht, findet diese in zahlreichen Rückzugsmöglichkeiten, wie z.B. Sessel & Sofas, einen Snoezelraum mit Klangbett oder eine Leseecke. Werden individuelle Therapien durchgeführt, so können diese im Snoezelraum oder im Schlafraum durchgeführt werden.

Generell gilt immer einzuschätzen, was das jeweilige Kind für seine Entwicklung benötigt. Als wir z.B. feststellten, dass ein 5 jähriger Junge anfing, sich aus dem Kniestand hochzuziehen, haben wir an verschiedenen Stellen der Einrichtung Griffe zum Hochziehen angebracht.

Bestehen spezielle Angebote für Kinder mit bestimmten Behinderungsarten?

Um inklusiv arbeiten zu können, bedarf es einer immer wiederkehrenden Reflexion der eigenen Arbeit und der jeweiligen Rahmenbedingungen. Sind diese nicht auf die aktuellen Bedürfnisse abgestimmt, so gilt es immer den Versuch zu unternehmen, diese anzupassen. Kommt z.B. ein schwerhöriges Kind zu uns, so könnten sich mehrere Pädagogen in Gebärdensprache qualifizieren. Haben wir ein Kind, welches unsere Sprache nicht spricht, so gilt es Sprachbarrieren abzubauen. Das geht z.B. mittels Übersetzungsprogrammen, Büchern oder dem Gemeindedolmetscherdienst. Für ein Kind mit erhöhtem Assistenzbedarf können wir mehr Personalstunden beantragen und so zu dessen individuellen Förderung beitragen.

Auch die Begleitung zu Therapeuten oder die Betreuung während einer Rehabilitationsmaßnahme wurde so von uns schon realisiert.

Es bedarf also in jedem Fall einer inklusiven persönlichen Einstellung, einer individuellen Maßnahmeplanung und deren Umsetzung.